Wo wir arbeiten

Bolivien gehört zu den ärmsten Ländern Südamerikas. Trotz grosser Fortschritte in der Armutsbekämpfung in den letzten Jahren lebt noch immer ein grosser Teil der Bevölkerung in Armut. 45% der Menschen müssen mit weniger als US$ 3 pro Tag auskommen, 21% oder jeder fünfte haben sogar weniger als US$ 1.50 zur Verfügung. Innerhalb des Landes sind die Unterschiede zwischen den Provinzen gross. Chuquisaca, in dem Sucre liegt, und Potosí sind die ärmsten Departamentos: zwei Drittel der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze. Hinzu kommen eine hohe Kinder- und Müttersterblichkeit, Mangelernährung und fehlende Bildung.

Sucre, Chuquisaca, Bolivien

Musuq Sunqu arbeitet in Lajastambo, einem Vorort von Sucre. Sucre ist zwar die verfassungsgemässe Hauptstadt von Bolivien, nicht aber Sitz der Regierung. Das koloniale Zentrum der Stadt zählt zum UNESCO Weltkulturerbe, doch schon nach wenigen Fahrtminuten verändert sich das Bild. In den Aussenquartieren (barrios periurbanos), die die Stadt wie einen Gürtel umgeben, leben die Ärmsten unter schwierigsten Bedingungen. Viele Familien verfügen weder über fliessendes Wasser noch Strom; Betten und sonstige Möbel sind kaum vorhanden. Oft sind diese Familien aus dem benachbarten Departamento Potosí oder aus ländlichen Gebieten Chuquisacas in die Stadt gezogen. In den letzten zwanzig Jahren hat sich die Bevölkerung Sucres fast verdoppelt, auf heute gut 235’000 Personen.

Die Hoffnungen auf ein besseres Leben in der Stadt erfüllen sich aber nur selten. Zwar ist der Zugang zu Bildung und Gesundheit besser als auf dem Land, die hohen Lebenshaltungskosten und die mangelnden Einkommensmöglichkeiten führen aber dazu, dass viele Migrantenfamilien arm bleiben. Oft können die Zuzüger vom Land kaum lesen und schreiben und sprechen nur sehr schlecht Spanisch (auf dem Land wird Quechua gesprochen). Ohne Qualifikationen finden sie nur schlecht bezahlte Anstellungen als Hilfsarbeiter, Tagelöhner oder Hausmädchen. Viele versuchen als Kleinstunternehmer ein Einkommen zu erwirtschaften und verkaufen auf dem Markt oder im Stadtzentrum Gemüse, Obst oder Süssigkeiten.

Um dafür zu sorgen, dass die Kinder dieser Familien eine Chance auf eine bessere Zukunft haben, setzt Musuq Sunqu bei der Bildung und der Gesundheit an. Unser Ziel ist es, durch gezielte Förderung dafür zu sorgen, dass alle Kinder die Sekundarschule abschliessen. Um dies erreichen zu können, müssen die Kinder gesund und gut ernährt sein. Im Schülermittagstisch erhalten die ärmsten deshalb fünfmal pro Woche eine nährstoffreiche Mahlzeit. Die Eltern werden bei regelmässigen Versammlungen für Gesundheitsthemen sensibilisiert.

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Gesunde Ernährung dank Gemüse aus dem Musuq Sunqu Garten!

Ein Herz für Boliviens Kinder